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Artikel von Markus +

Die Spielewelt verabschiedet sich von einer ihrer stillen, aber entscheidenden Schlüsselfiguren. David Rosen, einer der ursprünglichen Gründer von SEGA, ist am 25. Dezember 2025 im Alter von 95 Jahren verstorben. Rosen starb friedlich in seinem Haus in den Hollywood Hills von Los Angeles, umgeben von seiner Familie.

Was viele Gamer heute kaum noch wissen: Ohne Rosen gäbe es SEGA, wie wir es kennen, vermutlich nicht. Seine Geschichte beginnt nicht in Japan, sondern in New York City. Doch ausgerechnet das Nachkriegsjapan wurde zur Bühne für sein Lebenswerk und für den Aufstieg einer der einflussreichsten Marken der Gaming-Geschichte.

Von „Service Games“ zu SEGA: die Geburt einer Ikone

Gemeinsam mit Marty Bromley, Ray Lemaire, Dick Dodderer und weiteren US-Expatriates gründete Rosen zunächst ein Unternehmen namens Service Games, aus dem später SEGA hervorging. Ursprünglich war SEGA nämlich kein Videospielhersteller, sondern ein reines Amusement-Unternehmen, das Münzautomaten und Arcade-Geräte betrieb. Unter Rosens Mitwirkung entwickelte sich das Unternehmen jedoch rasch weiter. Früh erkannte er, dass Unterhaltung nicht nur lokal funktionieren musste, sondern internationales Potenzial hatte. Besonders die Expansion in den nordamerikanischen Markt in den 1960er-Jahren geht maßgeblich auf ihn zurück. Ein Schritt, der Sega langfristig global positionierte.

SEGA machte sich zunächst mit spektakulären Arcade-Geräten einen Namen. Spiele wie Periscope oder Monaco GP waren nicht nur technisch beeindruckend, sondern auch wirtschaftlich erfolgreich. Große Automaten, auffälliges Design und zugängliches Gameplay machten SEGA früh zu einem festen Bestandteil der weltweiten Spielhallen-Kultur, die man heute oft nur noch im Gaming Museum bestaunen kann.

Als andere Mitgründer das Unternehmen im Laufe der Jahre verließen, wurde David Rosen zunehmend das Gesicht von SEGA. Er begleitete den Ausbau des Spieleportfolios ebenso wie wichtige finanzielle Weichenstellungen, darunter auch Phasen, in denen SEGA Teil des damaligen Medienkonzerns Gulf+Western war.

Vom Spielhallen-Erfolg zur Popkultur

SEGA blieb seinen Wurzeln in der Arcade-Unterhaltung treu, wagte aber später den Schritt in den Heimkonsolen- und Videospielmarkt. Dort entstand eine der bekanntesten Figuren der Gaming-Geschichte: Sonic the Hedgehog. Der blaue Igel wurde zum Symbol einer neuen Ära und trug den Namen SEGA in Wohnzimmer auf der ganzen Welt. Auch wenn Rosen längst nicht mehr aktiv an der Entwicklung moderner Spiele beteiligt war, basierte dieser Erfolg auf dem Fundament, das er Jahrzehnte zuvor gelegt hatte.

David Rosens Bedeutung reichte weit über SEGA hinaus. Seine Arbeit in der Münzautomaten- und Arcade-Branche brachte ihm einen Platz in der AAMA Hall of Fame ein. Zudem wurde er von der Charitable Foundation der Association einst als Man of the Year geehrt, eine Anerkennung für seinen nachhaltigen Einfluss auf die gesamte Branche. Seine Beisetzung fand am 2. Januar 2026 auf dem Inglewood Park Cemetery statt, wie replaymag.com zuerst berichtete.

Mit David Rosen verliert die Gaming-Welt keinen Entwickler im klassischen Sinn, sondern einen Architekten der Branche. Einen Mann, der früh erkannte, welches Potenzial in Videospielen steckt, lange bevor Gaming zur größten Unterhaltungsindustrie der Welt wurde. Sein Vermächtnis lebt weiter. In jeder Arcade, jeder Konsole und jedem Spiel, das SEGA je hervorgebracht hat. Danke David, für deine Pionierarbeit!

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