Nintendo verklagt die US-Regierung und will seine Zollzahlungen zurück
Nintendo of America hat die US-Regierung wegen der Trump-Zölle verklagt. Die Klage fordert Rückerstattung aller gezahlten Beträge zuzüglich Zinsen.
Tim Rantzau Tim ist seit seiner Kindheit leidenschaftlicher Nintendo-Fan und hat seine Begeisterung für Spiele mit einem Studium in Game Design vertieft. Beruflich arbeitet er an der Konzeption von Videospielen und kennt dadurch die Branche nicht nur von außen, sondern auch von innen. Seine größte Leidenschaft gilt jedoch dem Spiele-Journalismus, in dem er Trends einordnet, Hintergründe erklärt und mit viel Erfahrung über neue Entwicklungen berichtet.
Nintendo of America hat eine Klage gegen die US-Regierung eingereicht, darunter das Finanzministerium, das Ministerium für Innere Sicherheit und die US-Zollbehörde. Gegenstand der Klage sind die Zölle, die US-Präsident Donald Trump im Jahr 2025 per Dekret auf Importe aus nahezu allen Ländern der Welt erhoben hatte. Nintendo erachtet diese Maßnahmen als rechtswidrig und fordert die vollständige Rückerstattung aller geleisteten Zahlungen zuzüglich Zinsen. Nintendo hat die Klage gegenüber dem Nachrichtenportal Aftermath bestätigt, darüber hinaus aber keine weiteren Angaben gemacht.
Der rechtliche Hintergrund
Die Zölle wurden von der Trump-Administration auf Basis des International Emergency Economic Powers Act, kurz IEEPA, erlassen, einem Gesetz, das eigentlich für den Einsatz in nationalen Notstandssituationen gedacht ist. Im Februar 2026 hatte der Oberste Gerichtshof der USA diese Zölle als illegal eingestuft. Die Begründung: Der IEEPA sei nicht dafür vorgesehen, weitreichende Handelspolitik dieser Art zu ermöglichen. In der Folge urteilte ein Bundesrichter in New York, dass Unternehmen Anspruch auf Rückerstattung der gezahlten Beträge hätten. Nintendo nutzt nun diesen Präzedenzfall. Die Klage bezieht sich auf Zölle, die insgesamt über 200 Milliarden US-Dollar an Zahlungen erzeugt haben sollen.
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Die wirtschaftlichen Auswirkungen auf Nintendo waren spürbar. Im April 2025 musste das Unternehmen die Vorbestellungen für die Nintendo Switch 2 in den USA und Kanada kurzfristig stoppen. Grund waren die neu eingeführten Zölle, die eine verlässliche Preisgestaltung kurzfristig unmöglich machten. Gleichzeitig wurden die Preise bestehender Switch-Modelle in den USA angehoben: Die Switch OLED kostete 50 Dollar mehr, die Standard-Switch 40 Dollar mehr und die Switch Lite 30 Dollar mehr. Die Switch 2 selbst erschien im Juni 2025 letztlich zum ursprünglich geplanten Preis von 449 US-Dollar, wenngleich die Preissituation laut Nintendo damals weiterhin von der Zollentwicklung abhing.
Nintendo nicht allein
Mit dieser Klage steht Nintendo nicht allein. Auch FedEx, Costco und Revlon haben entsprechende Klagen eingereicht, um die unter dem IEEPA gezahlten Zölle zurückzufordern. Die Kombination aus Supreme-Court-Urteil und dem New Yorker Bundesrichterspruch bildet die rechtliche Grundlage für eine Welle von Rückforderungsklagen. Wie lange das Verfahren dauern wird und ob Nintendo den vollen Betrag zurückerhält, ist offen. Ein Kommentar der US-Regierung zu Nintendos Klage liegt bislang nicht vor.
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