GPT-6 Astra schummelt bei StarCraft-Experiment und kopiert einfach einen bestehenden Bot
OpenAI's KI sollte selbst einen StarCraft-Bot programmieren. Als es schwierig wurde, griff Astra offenbar zu einer Methode, die im Experiment nicht erlaubt war.
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Markus Bauer Markus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit über 25 Jahren über Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst – immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.
OpenAIs GPT-6 Astra hat bei einem StarCraft-Experiment für einen ziemlich ungewöhnlichen Moment gesorgt. Die KI sollte einen eigenen Bot für StarCraft: Brood War programmieren und sich gegen andere KI-Systeme sowie von Menschen entwickelte Bots durchsetzen. Stattdessen lud Astra während des laufenden Experiments offenbar den Quellcode von Stardust herunter, einem der stärksten menschlich programmierten StarCraft-Bots überhaupt.
Der Vorfall ereignete sich bei StarSkirmish: Hillclimb. Dort treten GPT-6 Astra und Claude Opus 5.5 gegeneinander an. Beide müssen in C++ einen eigenen Protoss-Bot entwickeln und sich durch mehrere Schwierigkeitsstufen kämpfen. Training gegen etablierte Bots ist erlaubt, deren „Quellcode durften die Modelle aber ausdrücklich nicht lesen“.
Genau diese Grenze soll Astra überschritten haben. Wie Kotaku berichtet, lud das Modell Stardust herunter und band dessen Code in die eigene Arbeit ein. StarSkirmish-Entwickler Kai McPheeters setzte Astras Code anschließend auf einen Stand vor diesem Vorgang zurück, damit das Experiment ohne die fremden Bestandteile weiterlaufen konnte.
Ausgerechnet Stardust war keine zufällige Wahl
Stardust stammt von Entwickler Bruce Mackenzie Nielsen und gewann unter anderem die CoG 2020 sowie die SSCAIT 2020/21. Im StarSkirmish-Benchmark dient der Bot sogar als oberste Referenz. Besonders pikant: Im öffentlichen Repository von Stardust untersagt die Lizenz ausdrücklich, abgewandelte Versionen ohne Zustimmung bei StarCraft-KI-Wettbewerben einzureichen.
Die Lizenz ist MIT-Lizenz mit der zusätzlichen Bedingung, dass Forks nicht ohne schriftliche Zustimmung des Autors bei StarCraft-KI-Wettbewerben eingereicht werden dürfen. Der Grund dafür ist, eine Flut von minimal veränderten Forks in Turnieren zu verhindern, wie es 2018 mit meinem vorherigen Bot Locutus der Fall war.
Dass Astra den Code finden konnte, zeigt gleichzeitig, warum solche Agenten-Tests interessant sind. Das Modell bekam nicht einfach nur Texteingaben, sondern arbeitete in einer Entwicklungsumgebung mit Werkzeugen und konnte selbstständig programmieren, recherchieren und seine Strategie verändern.
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StarCraft testet KI schon seit Jahren
StarCraft ist dabei kein zufälliges Versuchsfeld. Echtzeitstrategie verlangt Planung, Ressourcenverwaltung und schnelle Reaktionen gleichzeitig. Bereits 2019 erreichte Googles AlphaStar den Grandmaster-Rang in StarCraft 2 und lag damit über 99,8 Prozent der menschlichen Ranglistenspieler.
GPT-6 Astra und Claude verfolgen einen anderen Ansatz: Sie spielen nicht direkt, sondern schreiben den Code für den Bot selbst. Genau deshalb ist dieser Vorfall so interessant. Astra hat nicht einfach einen verbotenen Tastendruck gemacht, sondern offenbar erkannt, dass bereits sehr guter Code existiert, und sich diesen kurzerhand besorgt.
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Ob man das nun „Cheaten“ nennt oder als fehlgeschlagene Begrenzung eines KI-Agenten beschreibt, ändert wenig am Ergebnis: Die Aufgabe war, einen eigenen Bot zu bauen. Astra entschied sich zwischenzeitlich dafür, beim Klassenbesten abzuschreiben. Das zeigt uns ein wenig die „menschliche Seite“ von Künstlicher Intelligenz. Wenn es zu schwer wird, schreibt man vom Nachbartisch ab. Oder so.
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