Tim RantzauTim ist seit seiner Kindheit leidenschaftlicher Nintendo-Fan und hat seine Begeisterung für Spiele mit einem Studium in Game Design vertieft. Beruflich arbeitet er an der Konzeption von Videospielen und kennt dadurch die Branche nicht nur von außen, sondern auch von innen. Seine größte Leidenschaft gilt jedoch dem Spiele-Journalismus, in dem er Trends einordnet, Hintergründe erklärt und mit viel Erfahrung über neue Entwicklungen berichtet.
- Das Wichtigste in Kürze
- Erfrischendes Setting und kein 08/15-Fantasy-Spiel
- Anpassung der Kampagne nach eigenen Bedürfnissen
- Kein Titel für Neulinge im Genre
Dragonkin: The Banished ist ein Tabletop-Rollenspiel (TTRPG), das sich vom klassischen Fantasy abhebt, indem es die Spieler in die Rolle verfluchter Drachenwesen – der Dragonkin – versetzt. Entwickelt von Tesseract Games und mit einem eigenständigen Regelsystem ausgestattet, bietet es eine düstere, narrative Erfahrung voller Tragik, Macht und moralischer Abgründe. Dieses Review beleuchtet die Stärken, Schwächen und Besonderheiten des Systems und bewertet, für wen sich das Spiel lohnt.
Das Spiel befindet sich derzeit noch im Early Access.
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Dragonkin: The Banished – Bild: Nacon
Eine Welt des Niedergangs und der verbotenen Macht
Das Herzstück von Dragonkin: The Banished ist sein einzigartiges Setting: Eine Welt, in der Drachen einst als gottgleiche Wesen herrschten, bis ein mysteriöser Fluch sie stürzte. Die überlebenden Dragonkin sind gezeichnet von ihrer Degeneration – halb Drache, halb etwas Unnatürliches – und kämpfen darum, ihre wahre Natur zu verbergen oder zu überwinden.
Die Stimmung erinnert an Dark Souls oder Berserk: hoffnungslos, aber nicht hoffnungslos genug, um den Kampf aufzugeben. Die Welt ist voller Ruinen, vergessener Kulte und gefallener Reiche, die von der einstigen Größe der Drachen zeugen.
Dragonkin sind keine klassischen Helden. Sie müssen entscheiden, ob sie ihre Macht nutzen (und riskieren, zu Monstern zu werden) oder sich zurückhalten (und schwach bleiben). Neben den Dragonkin gibt es Orden von Drachenjägern, korrumpierte Sekten und uralte Wesen, die alle ihre eigenen Pläne verfolgen. Wer klassische High Fantasy erwartet, wird überrascht – dies ist eine Geschichte über Verlust, Hybris und den Preis der Macht.
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Dragonkin: The Banished – Bild: Nacon
Der Fluch der Überlegenheit
Das Spiel nutzt ein W20-basiertes System mit einigen einzigartigen Twist.
Dragonkin: The Banished – Bild: Nacon
Charaktererschaffung & Drachenessenz
- Archetypen: Spieler wählen zwischen verschiedenen Dragonkin-Typen (z. B. verstümmelte Wyvern, geisterhafte Lindwürmer oder noch halbwegs edle Großdrachen), die unterschiedliche Fähigkeiten und Schwächen haben.
- Drachenessenz: Die zentrale Mechanik. Jede Nutzung drachenartiger Kräfte (Feueratem, Flug, übermenschliche Stärke) erhöht die „Verderbnis“ des Charakters. Zu viel davon – und der Dragonkin verwandelt sich endgültig in ein Monster.
- Schicksalspunkte: Eine Ressource, die es Spielern erlaubt, Würfel neu zu werfen oder besondere Aktionen auszulösen – aber um den Preis, dass sie ihrem Fluch näherkommen.
Dragonkin: The Banished – Bild: Nacon
Kampf & Erkundung
- Taktische Kämpfe: Dank unterschiedlicher Drachenfähigkeiten und Waffen (von menschlichen Schwertern bis zu natürlichen Klauen) sind Schlachten abwechslungsreich.
- Degenerationsmechanik: Selbst Siege haben oft einen Preis. Ein Dragonkin, der zu oft seine volle Macht entfesselt, riskiert, Verbündete zu erschrecken oder die Kontrolle zu verlieren.
- Soziale Interaktion: Da Dragonkin oft versteckt leben, ist Täuschung ebenso wichtig wie rohe Gewalt.
Fazit zu den Mechaniken: Innovativ und thematisch stimmig, aber nicht ohne Lernkurve. Die Balance zwischen Macht und Fluch macht jeden Entscheid bedeutungsvoll.
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Fazit zu Dragonkin: The Banished
Dragonkin: The Banished ist ein herausragendes Rollenspiel für Fans von düsterer Fantasy und moralisch komplexen Geschichten. Wer nach einem Setting jenseits der üblichen Elfen-Zwerge-Klischees sucht und tiefe, narrative Erfahrungen schätzt, wird hier fündig. Allerdings erfordert es etwas Einarbeitungszeit und eine Gruppe, die sich auf die düstere Thematik einlässt.
Stärken
- Einzigartiges Thema: Kein „rette die Welt“-Fantasy, sondern ein Kampf gegen das eigene Ich.
- Atmosphärisch dicht: Die Regeln unterstützen die düstere Stimmung perfekt.
- Narrativer Fokus: Ideal für Gruppen, die Geschichten über Tragik und moralische Grauzonen lieben.
- Modularer Aufbau: Die Welt lässt sich gut an eigene Kampagnen anpassen.
Schwächen
- Nicht für Einsteiger: Die Regeln sind komplexer als z. B. Dungeons & Dragons 5E.
- Begrenzter „Heldentum“-Faktor: Wer klassische Abenteuer will, könnte enttäuscht sein.
- Benötigt engagierte Gruppe: Ohne Spieler, die sich auf die Tragik einlassen, verliert es an Wirkung.
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Test-System: Intel Core i7-13700KF, NVIDIA Geforce RTX 4080, 32 GB DDR5
Ein atmosphärisch dichtes und innovatives RPG mit einigen Hürden, aber großem Potenzial für epische Geschichten.
- Grafik7
- Sound7
- Gameplay8
- Story9
- Motivation9
- Steuerung8
- Multiplayer7