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Artikel von Markus +

Assassin’s Creed Shadows hat eine Kontroverse ausgelöst und eine neue Dimension erreicht: Japans Premierminister Shigeru Ishiba hat sich öffentlich zu den aktuellen Kontroversen geäußert. Besonders die Möglichkeit, einen Schrein im Spiel zu zerstören, sorgt für heftige Diskussionen – und nun auch für politische Reaktionen.

Im Spiel gibt es eine Szene, in der Spieler die Möglichkeit haben, einen Schrein zu zerstören, der einem realen Ort in der Stadt Himeji nachempfunden ist. Der japanische YouTuber Shohei Kondo machte darauf aufmerksam und postete ein Video, das in den sozialen Medien viral ging. Der Beitrag stammt bereits vom 31. Januar 2025 und wurde bisher 26,6 Millionen Mal auf „X.com“ angezeigt:

Die Community ist gespalten! Einige argumentieren, dass es allein in der Verantwortung der Spieler liegt, ob sie den Schrein zerstören oder nicht. Andere kritisieren bereits die bloße Möglichkeit dieser Handlung als unethisch und respektlos gegenüber der japanischen Kultur.

Nun schalten sich japanische Politiker ein

Die Diskussion wurde so laut, dass sich sogar japanische Politiker dazu äußerten. Hiroyuki Kada, ein Mitglied des House of Councillors, zeigte sich besorgt über die möglichen Auswirkungen des Spiels auf die Realität. Er warnte davor, dass die Zerstörung von Schreinen in Videospielen Vandalismus in der echten Welt fördern könnte – eine Problematik, die laut IGN.com Japan bereits mit dem steigenden Tourismus nach der Pandemie in Verbindung gebracht wurde.

Kada betonte, dass die Meinungsfreiheit gewahrt bleiben müsse, aber gleichzeitig Maßnahmen nötig seien, um lokale Kulturen vor Respektlosigkeit zu schützen.

Assassin's Creed Shadows hält derzeit bei einem Metacritic-Score von 81/100 bei 75 Bewertungen. DailyGame vergab 9/10.

Assassin’s Creed Shadows hält derzeit bei einem Metacritic-Score von 81/100 bei 75 Bewertungen. DailyGame vergab 9/10. – Bild: Ubisoft

Assassin’s Creed Shadows: Premierminister Ishiba bezieht Stellung

Japans Premierminister reagierte auf die Debatte mit deutlichen Worten:

„Die Schändung von Schreinen kommt nicht in Frage – sie ist eine Beleidigung der Nation selbst. Als die Verteidigungstruppen im irakischen Samawa stationiert wurden, sorgten wir dafür, dass ihnen im Vorfeld islamische Bräuche beigebracht wurden. Der Respekt vor der Kultur und Religion eines Landes ist von grundlegender Bedeutung, und wir müssen klarstellen, dass wir Handlungen, die diese nicht respektieren, nicht akzeptieren werden“, so Shigeru Ishiba.

Diese Aussage zeigt, dass das Thema in Japan weit über die Gaming-Community hinausgeht. Dennoch scheint die Regierung keine rechtlichen Schritte gegen Ubisoft zu planen.

Laut inoffiziellen Quellen (via Automaton-Media.com) soll Ubisoft bereits Maßnahmen ergriffen haben, um mögliche Kontroversen zu entschärfen. So sollen Spieler die Innenräume von Schreinen nicht zerstören können, und Angriffe auf Zivilisten mit Schwertern werden keine Bluteffekte zeigen. Ob diese Änderungen tatsächlich umgesetzt wurden, wird sich nun zeigen. Das Spiel erschien heute offiziell.

Ob Ubisoft mit Assassin’s Creed Shadows einen kulturellen Fauxpas begeht oder ob sich die Wogen nach dem Release glätten, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Wenn ein Premierminister sich zu einem Videospiel äußert, zeigt das, wie groß die Reichweite und Bedeutung der Debatte ist. Abgesehen von der Kontroverse rund um zerstörbare Schreine ist AC Shadows durchwegs gelungen. Unsere Eva war im Testbericht der PC-Version sogar „sehr positiv von Ubisoft überrascht“. Die längere Entwicklungszeit dürfte sich wohl ausgezahlt haben. Sie vergab einen Score von 9 von 10!

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