Studie: Kurzzeitige Videospiel-Gewalt hat keinen abstumpfenden Effekt
Studie: Wiener Forscher lassen 89 Männer 7 Stunden lang GTA 5 spielen um herauszufinden was Videospiele-Gewalt im Gehirn auslöst.
Markus Bauer Markus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit über 25 Jahren über Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst – immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.
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Wien, Österreich – Bist du ein leidenschaftlicher Videospieler und fasziniert von Egoshootern und Actionspielen wie GTA 5? Die Diskussion darüber, ob solche Spiele Menschen gegenüber realer Gewalt abstumpfen, wird kontrovers geführt. Eine Studie von Wiener Forschern gibt nun interessante Einblicke. Das Team um Claus Lamm und Lukas Lengersdorff von der Universität Wien hat 89 Männer über zwei Wochen hinweg sieben Stunden lang „Grand Theft Auto V“ spielen lassen. Die Ergebnisse sind überraschend und werfen neue Fragen auf.
Die Studienteilnehmer wurden in zwei Gruppen eingeteilt: eine spielte die gewalttätige Version von GTA 5, die auch Foltersequenzen enthält, die andere eine Version ohne Gewaltdarstellungen. Im Mittelpunkt der Untersuchung stand die Frage, ob kurzzeitige Videospielgewalt eine Abstumpfung gegenüber realer Gewalt bewirken kann. Wichtig waren den Team dabei Personen die normalerweise keine Videospiele zocken.
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Gewalt in Videospielen-Studie: Keinen abstumpfenden Effekt festgestellt
Wie wurde die Studie durchgeführt? Die Versuchspersonen wurden vor und nach der Spielzeit mittels Magnetresonanztomografie (MRT) untersucht, wie Science.APA.at berichtet. Während sie Bilder von Menschen sahen, denen vermeintlich Elektroschocks verabreicht wurden, wurden ihre Gehirnreaktionen analysiert. Im Durchschnitt haben die 45 Teilnehmer der Gruppe, die das gewalttätige Szenario spielten, während des untersuchten Zeitraums virtuell etwa 2.844,7 Menschen eliminiert. Die Ergebnisse zeigten, dass die Gruppe, die die gewalttätige Version spielte, nach den zwei Wochen keine signifikanten Veränderungen in ihrer Reaktion auf die gequälten Menschen im Bildmaterial aufwies.
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Diese Erkenntnisse stehen im Kontrast zu anderen Studien, die kurzfristige Effekte auf die Empathie nach dem Spielen von gewalttätigen Videospielen zeigten. Die Forscher betonen jedoch, dass diese Ergebnisse nicht auf eine langfristige Wirkung schließen lassen. Die Studie unterstreicht, dass einige Stunden Videospielgewalt keinen nennenswerten Einfluss auf die Empathie von psychisch gesunden, erwachsenen Teilnehmern haben.
Claus Lamm hebt hervor, dass es wichtig ist, kurzfristige von längerfristigen Effekten zu unterscheiden. Die Forschung sollte sich darauf konzentrieren, wie sich langfristiger Kontakt mit Gewalt in Videospielen auswirkt. Besondere Aufmerksamkeit müsse der Einfluss auf vulnerable Gruppen wie Kinder und Jugendliche gewidmet werden. Das junge Gehirn, so Lamm, sei hoch plastisch, was langfristige Effekte verstärken könnte. Doch ethische Grenzen erschweren experimentelle Untersuchungen zu diesem Thema. Die Debatte über den Einfluss von Videospielgewalt auf die Empathie ist damit um spannende Erkenntnisse reicher geworden.
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