Streit um EA-Übernahme: US-Politiker wollen Saudi-Deal stoppen
Eine geplante Übernahme von EA durch saudische Investoren sorgt in den USA für politischen Widerstand. Es geht um Jobs, Einfluss und die Zukunft der Games-Branche.
Markus Bauer Markus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit über 25 Jahren über Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst – immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.
Die Spielebranche steht vor einem politischen Beben. Eine geplante Übernahme von Electronic Arts (EA) durch ein Investorenkonsortium rund um den saudischen Staatsfonds sorgt in den USA für wachsenden Widerstand und könnte nun sogar staatlich gestoppt werden. Mehrere demokratische US-Abgeordnete haben sich offiziell an die Wettbewerbsbehörde gewandt und eine gründliche Prüfung des Deals gefordert. Der Grund ist nicht nur wirtschaftlicher Natur. Es geht um Arbeitsplätze, Marktmacht und um kulturellen Einfluss auf eine der größten Videospiele-Firmen der Welt.
In einem Schreiben an die US-Wettbewerbsaufsicht (via GameRant.com) heißt es, man wolle „faire Arbeitsmärkte schützen“ und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der amerikanischen Spieleindustrie sichern. Besonders kritisch sehen die Abgeordneten die geplante Finanzierung der Übernahme. Berichten zufolge soll ein erheblicher Teil über Schulden laufen.
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Das weckt Sorgen. Hohe Schuldenlasten führen in vielen Branchen oft zu Sparmaßnahmen und die treffen meist zuerst die Belegschaft. EA selbst hatte in den vergangenen Jahren bereits hunderte Stellen abgebaut. Kritiker befürchten, dass eine Übernahme diesen Trend beschleunigen könnte, etwa durch weitere Entlassungen, Standortverlagerungen oder Studioschließungen.
Warum EA für Saudi-Arabien so wichtig wäre
Der saudische Staatsfonds ist längst kein Unbekannter in der Gaming-Welt. Er hält bereits Beteiligungen an mehreren großen Publishern. EA wäre jedoch das mit Abstand größte Unternehmen unter dieser Kontrolle, mit Marken wie FIFA, The Sims, Battlefield, Dragon Age oder Mass Effect. Damit ginge es nicht nur um wirtschaftliche Macht, sondern auch um Einfluss auf Inhalte. Games sind heute globale Kulturprodukte. Was erzählt wird, welche Figuren im Mittelpunkt stehen und welche Themen behandelt werden, prägt Millionen Menschen.
Ein besonders sensibler Punkt ist der mögliche kulturelle Einfluss. Studios wie BioWare oder Maxis sind bekannt für vielfältige Figuren und inklusive Geschichten. In Saudi-Arabien hingegen gelten in vielen gesellschaftlichen Fragen sehr andere Normen. US-Politiker sprechen diese Sorge offen an. Sie fragen, ob ein Eigentümerwechsel langfristig Einfluss auf kreative Entscheidungen haben könnte. Konkrete Hinweise darauf gibt es bisher nicht, doch allein die Möglichkeit reicht aus, um eine politische Debatte auszulösen.
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Ob der Deal am Ende genehmigt wird oder nicht, steht noch nicht fest. Klar ist jedoch: Die mögliche Übernahme von EA ist weit mehr als ein normaler Firmenkauf. Sie ist ein Testfall dafür, wie Politik, Wirtschaft und Games-Industrie in Zukunft miteinander verflochten sein werden.
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