Ex-Xbox-Chef warnt: Steam Machine könnte PS5/PS6 gefährlich werden
Ex-Xbox-Manager Mike Ybarra glaubt, dass Valves Steam Machine zur größten Konkurrenz für PlayStation werden könnte.
Markus Bauer Markus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit über 25 Jahren über Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst – immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.
Der Konsolenmarkt könnte vor einer neuen Überraschung stehen. Während sich seit Jahren vor allem PlayStation, Nintendo und Xbox gegenüberstehen, glauben manche Brancheninsider, dass künftig ein ganz anderer Name die größte Rolle spielen könnte. Der ehemalige Xbox-Manager Mike Ybarra ist überzeugt, dass Valve mit seiner kommenden Hardware Steam Machine langfristig zu einem der größten Rivalen für PS5/PS6 werden könnte.
Seine Aussagen sorgen aktuell für Diskussionen in der Gaming-Community. Denn während einige Fans das Szenario realistisch finden, halten andere die „Gefahr“ des Wohnzimmer-PCs für deutlich übertrieben.
Ex-Xbox-Manager sieht Valve als neue Konkurrenz für Sony
Ybarra äußerte sich auf der Plattform X.com zu einem IGN.com-Bericht (der ursprünglich einen Resetera-Beitrag von Bloomberg-Redakteur Jason Schreier zitiert), nach denen Sony künftig wieder stärker auf PlayStation-Exklusivtitel setzen möchte. Dabei erklärte er, dass Sony intern offenbar einen neuen Konkurrenten besonders genau beobachte: Valve.
„Sie sehen bei Xbox und der dortigen Kundenabwanderung den letzten Sargnagel (hoffentlich wendet sich das Blatt). Am wichtigsten ist: Sie sehen Valve als einen ernstzunehmenden neuen Konkurrenten. Valve wird mit der Steam Machine und voraussichtlich auch mit Drittanbieter-Varianten, die alle auf SteamOS laufen, in den Wohnzimmer- und Konsolenmarkt einsteigen. Valve macht selten Fehler, und Sony hat das klugerweise erkannt. Die Veröffentlichung guter Exklusivtitel ist wichtig. Das ist keine Raketenwissenschaft.“
Seiner Meinung nach könnte genau diese Strategie den Markt verändern. Valve verfüge über eine starke Plattform, ein riesiges Spielangebot und eine enorme Nutzerbasis. Aus seiner Sicht sei Sony Interactive Entertainment deshalb klug beraten, die Situation ernst zu nehmen.
Warum Valve plötzlich im Konsolenmarkt auftauchen könnte?
Die Idee hinter der neuen Valve-Hardware ist relativ einfach: Steam ins Wohnzimmer bringen. Während PC-Spieler schon seit Jahren auf die Plattform zugreifen können, könnte eine neue Generation von Geräten mit SteamOS den Zugriff deutlich einfacher machen.
Ybarra nennt mehrere Vorteile, die Valve dabei helfen könnten:
- Enorme Games-Bibliothek von Steam: Laut ihm könnten Spieler sofort Zugriff auf mehr als 7.000 Spiele haben.
- Das Rückgabesystem, bei dem Spiele nach mehreren Stunden Spielzeit problemlos zurückgegeben werden können.
- Auch das Family-Sharing-System von Steam könnte laut Ybarra eine große Rolle spielen. Damit lässt sich eine komplette Spielbibliothek mit Familienmitgliedern teilen.
- Multiplayer: Auf Steam ist Online-Gaming in vielen Fällen kostenlos, während Konsolen traditionell kostenpflichtige Abos verlangen.

Kann die Steam Machine wirklich Konsolenspieler abwerben? Der ehemalige Xbox-Manager Ybarra glaubt daran. – Bild: Valve
Community bleibt skeptisch
Trotz dieser Argumente reagieren viele Spieler zurückhaltend auf die Prognose. In Diskussionen unter dem X.com-Beitrag von Ybarra wird häufig ein anderer Punkt angesprochen: der mögliche Preis der Steam Machine.
Während klassische Konsolen wie PlayStation oder Xbox meist rund um eine bestimmte Preisschwelle erscheinen, könnte ein Steam-System deutlich teurer sein. Besonders aktuelle RAM-Preise könnten die Hardwarekosten erhöhen. Einige Spieler glauben deshalb, dass das Gerät eher eine Nische bleiben könnte. Immerhin hat Valve nicht vor die Hardware zu „subventionieren“.
Andere argumentieren wiederum, dass die Hardware kaum einzigartige Funktionen bieten würde, die Konsolen nicht bereits besitzen.
Eine spannende nächste Konsolengeneration
Trotz der Skepsis bleibt ein Punkt interessant: Der Konsolenmarkt könnte sich in den nächsten Jahren wieder dorthin verändern, wo er schon war. Er könnte vor allem (wieder) „breiter“ aufgestellt sein, als wir ihn heute kennen. Xbox scheint seine „Publisher-Strategie“ etwas zu überdenken. Gut, dieses Jahr werden wir Fable, Starfield und Co sehr wahrscheinlich auch auf der PS5 spielen können, aber wie sieht die Zukunft aus? Die nächste Xbox-Konsole könnte vielleicht wieder „exklusiver“ werden. Sony wird seine narrativen Meisterwerke nicht mehr auf den PC bringen.
Das heißt also, wenn ich Ghost of Yotei, das nächste God of War, Intergalactic und Co spielen möchte, brauche ich eine PlayStation. Wenn ich das nächste Halo oder sogar The Elder Scrolls VI spielen möchte, brauche ich dann eine Xbox? Die einzigen, für die sich nichts verändern wird, ist und bleibt Nintendo. Wie und wo sich die Steam Machine wirklich positionieren wird, werden wir sehen, wenn sie wirklich einmal am Markt und etabliert ist. „Günstiger“ wird unsere Gamer-Zukunft also nicht, wenn ich wieder 3 Konsolen und einen PC benötige, um alles zu spielen was ich möchte.
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