Fallout Serie: Chris Avellone bemängelt Dialoge und Drehbuch
Die Fallout Serie bekommt prominenten Zuwachs. Fallout-Autor Chris Avellone lobt zwar die Serie, übt aber deutliche Kritik.
Tim Rantzau Tim ist seit seiner Kindheit leidenschaftlicher Nintendo-Fan und hat seine Begeisterung für Spiele mit einem Studium in Game Design vertieft. Beruflich arbeitet er an der Konzeption von Videospielen und kennt dadurch die Branche nicht nur von außen, sondern auch von innen. Seine größte Leidenschaft gilt jedoch dem Spiele-Journalismus, in dem er Trends einordnet, Hintergründe erklärt und mit viel Erfahrung über neue Entwicklungen berichtet.
Die Fallout-Serie von Amazon Prime Video zählt zu den erfolgreichsten Videospiel-Adaptionen der vergangenen Jahre. Millionen Zuschauer und zahlreiche Auszeichnungen sprechen für den Erfolg. Dennoch ist nicht jeder vollständig überzeugt. Mit Chris Avellone, einem der wichtigsten Autoren hinter Fallout 2 und Fallout: New Vegas, meldet sich nun eine prägende Stimme der Reihe zu Wort – und spart nicht mit Kritik.
In einem Interview mit Reuters erklärt Avellone, dass ihm Teile des Drehbuchs regelrecht „peinlich“ seien. Zwar habe er Spaß an der Serie und halte sie insgesamt für unterhaltsam, die Qualität einiger Dialoge könne jedoch nicht mit den Spielen mithalten. Er wünsche sich, dass Videospiel-Adaptionen die erzählerische Qualität ihrer Vorlagen stärker aufgreifen, statt sie zu vereinfachen.
Lob für Schauspieler, Kritik am Drehbuch
Trotz seiner Kritik findet Avellone auch viele positive Worte. Besonders Walton Goggins als Ghoul und Ella Purnell als Lucy hätten ihn überzeugt. Beide Schauspieler würden ihren Figuren Glaubwürdigkeit verleihen und seien ein großer Gewinn für die Serie.
Sein größter Kritikpunkt richtet sich stattdessen gegen Teile des Autorenteams. Avellone vermutet, dass einige Hollywood-Drehbuchautoren die Vorlagen nicht ausreichend kennen und deshalb wichtige Aspekte der Spielwelt verloren gehen. Wer Fallout 3, Fallout 4 oder Fallout: New Vegas nicht gespielt habe, dem fehle häufig der notwendige Kontext, um die Welt authentisch umzusetzen. Dadurch würden Chancen verschenkt, die das Fallout-Universum eigentlich biete.
Kein Verriss, sondern ein Wunsch nach mehr
Interessant ist dabei, dass Avellone die Serie keineswegs komplett ablehnt. Bereits 2024 bezeichnete er sie als „unterhaltsam, aber handwerklich fehlerhaft“. Seine aktuelle Kritik knüpft an diese Einschätzung an: Er sieht großes Potenzial, wünscht sich jedoch eine stärkere Orientierung an der Qualität der Spiele – insbesondere beim Schreiben der Dialoge.
In der Community werden seine Aussagen kontrovers diskutiert. Einige Fans stimmen ihm zu und sehen gerade die Dialoge als Schwachpunkt der Serie. Andere halten dagegen und verweisen auf den enormen Erfolg der Verfilmung sowie die positiven Kritiken. Eines zeigt die Debatte aber deutlich: Selbst unter den kreativen Köpfen hinter Fallout gibt es unterschiedliche Vorstellungen davon, wie eine gelungene TV-Adaption aussehen sollte.
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