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Abby in The Last of Us 2 - (C) Naughty Dog

Abby in The Last of Us 2 – (C) Naughty Dog

1. The Last of Us Part II

The Last of Us Part II ist ein Meisterwerk. Punkt. Das bedeutet natürlich nicht, dass sein Vorgänger nur einen Deut schlechter wäre. Beide sind zwei Seiten der selben Münze, die eine hervorragend aufeinander aufbauende Geschichte erzählen. Während Part I davon handelt wie ein Mann nach dem traumatischen Mord an seiner Tochter, in einer zerstörten Welt, erneut Hoffnung findet. Und sie mit jedem Mittel verteidigt. Ist Part II eine drastische Charakterstudie zweier Frauen, die nach Rache streben und nicht merken, dass sie, wenn sie nicht lernen zu vergeben, für immer in einem Zyklus der Gewalt gefangen sind.

Kaum eine Fortsetzung schafft es so konsequent die Handlung weiterzuerzählen und dabei absolut schonungslos und mutig die Folgen von Gewalt zu zeigen. Und dennoch ist es eine der meistgehassten Fortsetzungen der jüngsten Gaming-Geschichte. Die Gründe dafür reichen von verständlich, bis hin zu irrational und kindisch. Verständliche Gründe sind, dass das Gameplay kaum Veränderungen zum Vorgänger aufweist. Eher unverständlicher ist hingegen, das Spiel komplett zu boykottieren, nur weil man eine Frau mit Muskeln spielt und queere Themen wie Sexualität und Identität vorkommen. Damit erreicht man nur das Level von Elon Musk.

Hinzukommt, dass die Entscheidung einen Hauptcharakter bereits in der ersten Spielstunde zu töten, bei vielen Fans sauer aufgestoßen ist. Doch die Entwickler Naughty Dog wollten genau das erreichen. Der Tod der Figur soll uns wütend machen. Uns entsetzen und uns nach Rache sinnen lassen. Wer in den letzten Spielminuten allerdings immer noch so empfindet, der hat gezeigt, dass er nichts gelernt hat und der Gewaltspirale nicht entkommen konnte. Und wie uns das Ende des Spiels zeigt, ist das ein Schicksal, das von Einsamkeit und unermesslichem Schmerz begleitet ist.

The Last of Us Part II ist Kunst in Videospielform. Es provoziert, lädt zum Reflektieren ein und fordert die Spieler auf, alle Gefühle auf einmal zu fühlen. Wer sich das entgehen lassen möchte, nur weil die Protagonistin lesbisch ist oder Muskeln hat, der sollte zuerst den Blick nach Innen wagen.

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