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Artikel von René Nikel +
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The Sinking City 2 stammt vom ukrainischen Entwicklerstudio Frogwares und führt euch erneut in eine düstere Welt, die ganz im Zeichen von H. P. Lovecraft steht. Während der Vorgänger noch stärker auf Detektivarbeit und eine offene Spielwelt setzte, schlägt die Fortsetzung deutlich härtere Töne an. Survival-Horror, knappe Ressourcen, groteske Kreaturen und eine beklemmende Atmosphäre sollen Horror-Veteranen das Fürchten lehren. Doch kann Frogwares mit diesem Kurswechsel tatsächlich einen Horrorschocker der Extraklasse abliefern?

The Sinking City 2 Krankenhaus

The Sinking City 2 Krankenhaus – Screenshot: René Nikel

Die Spielwelt

Schon die ersten Minuten machen deutlich, dass Frogwares bei der Atmosphäre keine halben Sachen macht. Die Spielwelt von The Sinking City 2 ist düster, unheimlich und steckt voller Details, verlassene Gebäude und dunkle Gänge. Seltsame Geräusche sorgen immer wieder dafür, dass man sich unwohl fühlt. Genau das ist meiner Meinung nach eine der größten Stärken des Spiels.

Dabei setzt The Sinking City 2 auf ein lineares Spieldesign anstatt auf eine offene Spielwelt. Die einzelnen Bereiche sind dabei sehr detailliert gestaltet. Dadurch entsteht eine dichte und beklemmende Atmosphäre, bei der ihr euch nie sicher sein könnt, was hinter der nächsten Ecke auf euch wartet.

The Sinking City 2 Spielwelt

The Sinking City 2 Spielwelt – Screenshot: René Nikel

Erkunden und Entdecken

In The Sinking City 2 ist es essenziell wichtig, dass ihr die einzelnen Bereiche genau erkundet. Solltet ihr nämlich einfach nur dem nächsten Ziel folgen, verpasst ihr sehr viele wichtige Sachen, wie zum Beispiel Waffenverbesserungen oder Inventarerweiterungen. Es lohnt sich also, immer wieder einen Raum genauer unter die Lupe zu nehmen und alle möglichen Wege auszuprobieren.

The Sinking City 2 Erkundung

The Sinking City 2 Erkundung – Screenshot: René Nikel

Kämpfe gegen die Kreaturen

Beim Kampfsystem hat Frogwares gegenüber dem Vorgänger ordentlich nachgelegt. The Sinking City 2 spielt sich deutlich stärker wie ein klassischer Survival-Horror-Titel, kann dabei aber nicht ganz mit den großen Vertretern wie Resident Evil mithalten. Die einzelnen Bosskämpfe sind zwar abwechslungsreich gestaltet und sorgen für unterschiedliche Herausforderungen, wirken im Vergleich zur restlichen Spielwelt aber etwas weniger beeindruckend. Gerade die ansonsten so dichte Horror-Atmosphäre wird während der Bosskämpfe nicht erreicht.

Bei vielen der verschiedenen Gegnertypen zahlt es sich auch aus, ihr Verhalten genau zu beobachten. Damit ihr wisst, wie ihr die Kreatur am besten und schnellsten besiegt. Solltet ihr einfach blindlings drauflosschießen, wird euch sonst die Munition schneller ausgehen, als es euch lieb ist.

Außerdem kann gerade bei stärkeren Gegnern ein unüberlegter Angriff schnell tödlich enden. Ausweichen, die Umgebung nutzen und den richtigen Moment für einen Angriff abwarten, sind Grundmechaniken des Spiels. Auch wenn das Kampfsystem nicht zu den besten des Genres gehört, fügt es sich gut in die Spielwelt ein. Leider ist die Gegnervielfalt etwas eingeschränkt. Trotzdem halten die Kreaturen ab und an ein paar Jumpscare-Momente bereit, bei denen ich selber kurz auf Pause drücken musste.

The Sinking City 2 Kreaturen

The Sinking City 2 Kreaturen – Screenshot: René Nikel

Waffen und Ressourcenmanagement

Das Ressourcenmanagement gehört bei Genrevertretern natürlich zum Standard. Munition, Heilgegenstände und andere wichtige Ressourcen sind je nach Schwierigkeitsgrad ganz schön knapp vorhanden. Wenn einer von euch zu großzügig mit seinen Schusswaffen umgeht, kann er sehr schnell Probleme bekommen.

Genau dadurch entsteht aber eine angenehme Spannung, die perfekt zu dem Setting passt. Überlegt lieber zweimal, ob ihr wirklich auf jeden Gegner schießt oder vielleicht doch lieber einfach ausweicht und weitergeht. Gleichzeitig solltet ihr trotzdem die Umgebung gründlich durchsuchen.

The Sinking City 2 Inventar

The Sinking City 2 Inventar – Screenshot: René Nikel

Rätsel

The Sinking City 2 setzt wesentlich stärker auf Survival-Horror als sein Vorgänger. Rätsel und Ermittlungen gehören aber nach wie vor zum Spiel dazu.

Mal müsst ihr Hinweise miteinander kombinieren, einmal gilt es, einen Code herauszufinden oder einen bestimmten Mechanismus zu verstehen. Die Lösungen werden euch zwar nicht immer direkt vor der Nase präsentiert, allzu schwer sind diese aber trotzdem nicht.

Der größte Kritikpunkt fällt hier für Fans des ersten Teils aus. Frogwares setzt den Schwerpunkt bei dem zweiten Teil gezielt auf ein Survival-Horror-Game und geht von der offenen Spielwelt und der Detektivarbeit weg. Wer gerade diesen Aspekt bei The Sinking City geliebt hat, wird mit dem neuen Gameplay womöglich nicht warm werden.

The Sinking City 2 Ermittlungen

The Sinking City 2 Ermittlungen – Screenshot: René Nikel

Talente

Neben Waffen und Ausrüstung gibt es auch verschiedene Talente. Das System bleibt dabei sehr überschaubar. In meinem Fall fand ich eines der hilfreichsten Talente, dass ihr mehr Munition beim Herstellen bekommt.

Ein richtiger Skill Tree ist es jetzt nicht wirklich, also werdet ihr euch nie wirklich lange damit beschäftigen. Ein paar nützliche Talente sind aber trotzdem dabei.

The Sinking City 2 Talente

The Sinking City 2 Talente – Screenshot: René Nikel

Atmosphäre und Horror

Hier kann The Sinking City 2 meiner Meinung nach besonders punkten. Die Atmosphäre ist durchgehend bedrückend und schafft es immer wieder, ein mulmiges Gefühl zu erzeugen.

Das Spiel setzt dabei nicht ausschließlich auf Jumpscares, wie es beispielsweise bei Alan Wake 2 der Fall ist. Viel häufiger entsteht der Horror durch die Umgebung, Geräusche und die Erwartung, was hinter der nächsten Ecke auf euch lauern könnte. Zusammen mit dem Lovecraft-Setting schafft Frogwares hier eine der großen Stärken des Spiels.

The Sinking City 2 Corentin

The Sinking City 2 Corentin – Screenshot: René Nikel

Grafik, Sound und Technik

Technisch macht The Sinking City 2 durch die Unreal Engine 5 einen sehr guten Eindruck. Insgesamt hatte ich während meiner Spielzeit keine größeren Performance-Probleme. Die Umgebungen sind detailliert gestaltet und tragen viel zur Atmosphäre bei. Das Spiel bietet außerdem deutsche Texte und Untertitel. Die Sprachausgabe ist allerdings nur auf Englisch verfügbar, wobei die englische Vertonung meiner Meinung nach sehr gelungen ist. Wem die offene Spielwelt des ersten Teils noch etwas zu leer erschienen ist, wird in The Sinking City 2 voll auf seine Kosten kommen.

Knarrende Türen, entfernte Geräusche und die Schreie der Kreaturen sorgen dafür, dass man auch dann angespannt bleibt, wenn gerade eigentlich gar nichts passiert.

The Sinking City 2 Lorelei

The Sinking City 2 Lorelei – Screenshot: René Nikel

Mein Fazit

The Sinking City 2 versucht erst gar nicht, das Genre neu zu erfinden, und viele von euch werden die Mechaniken aus anderen Survival-Horror-Games bereits kennen. Trotzdem schafft es Frogwares, aus diesen bekannten Elementen ein sehr stimmiges Gesamtpaket abzuliefern. Die düsteren Umgebungen, das Lovecraft-Setting und die Geräuschkulisse sorgen für eine durchgehend beklemmende Atmosphäre. Zusammen mit den hin und wieder auftretenden Jumpscares habe ich mich auch nach mehreren Stunden noch regelmäßig unwohl gefühlt.

Natürlich gewöhnt man sich an das Gameplay und nach einigen Stunden spielt sich The Sinking City 2 etwas entspannter als am Anfang. Trotzdem schafft es das Spiel auch nach mehreren Stunden, eine düstere Horror-Spannung aufzubauen und zu fesseln.

Das Kampfsystem funktioniert und erinnert ein wenig an ältere Resident Evil Teile. Hier wäre eindeutig noch Luft nach oben. Auch die etwas eingeschränkte Gegnervielfalt hätte meiner Meinung nach besser ausfallen können. Dafür sorgen das Ressourcenmanagement und die begrenzte Munition, dass ihr nicht einfach blind durch die einzelnen Bereiche laufen und auf alles schießen könnt.

Der wohl größte Unterschied zum Vorgänger ist aber gleichzeitig der größte Kritikpunkt. Frogwares hat sich deutlich vom Open-World-Konzept und der umfangreichen Detektivarbeit entfernt und setzt stattdessen wesentlich stärker auf klassischen Survival-Horror.

Wer gerade die Ermittlungen und die offene Spielwelt des ersten Teils geliebt hat, könnte deshalb enttäuscht sein. Wer hingegen ein atmosphärisches Horror-Spiel mit knappen Ressourcen, Erkundung, Rätseln und ordentlich Lovecraft-Flair sucht, bekommt mit The Sinking City 2 ein sehr gelungenes Gesamtpaket.

The Sinking City 2 ist kein perfektes Survival-Horror-Spiel und kommt nicht ganz an Größen wie Alan Wake oder Resident Evil heran. Das Game schafft es aber, eine unglaublich dichte Atmosphäre aufzubauen und mich immer wieder aufs Neue zu überraschen. Gerade als Fan von Lovecraft konnte mich das Game trotzdem überzeugen.

Wer sich auf die neue Ausrichtung einlässt, bekommt keinen weiteren Resident Evil Klon, sondern einen atmosphärischen Lovecraft-Horror, der vor allem eines schafft. Euch auch dann noch ein ungutes Gefühl zu geben, wenn ihr längst glaubt, euch an die Dunkelheit gewöhnt zu haben.

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Fragen & Antworten

  • Diese Fragen wurden geklärt
Bewertung von René Nikel
Sehr Gut
8

Düsterer Lovecraft Horror mit dichter Atmosphäre, guter Erkundung und knappen Ressourcen.

  • Dichte Lovecraft Atmosphäre
  • Detaillierte Spielwelt
  • Spannende Erkundung
  • Gutes Ressourcenmanagement
  • Abwechslungsreiche Rätsel
  • Starke Soundkulisse
  • Sehr gute Technik
  • Wenig Gegnervielfalt
  • Kampfsystem nicht auf Genre-Niveau
  • Bosskämpfe wenig spektakulär
  • Weniger Ermittlungen als im Vorgänger
  • Keine offene Spielwelt mehr

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