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Spieletest: The Sinking City

Visionen und Alpträume treiben wie ein Virus ihr Unwesen.

H.P. Lovecraft trifft auf Arthur Conan Doyle. Sherlock Holmes in der Welt von Cthulhu. Das ist es wohl, was The Sinking City am besten beschreibt. Wir haben das Horror beziehungsweise Detektivspiel unter die Lupe genommen.

Die Spieler übernehmen die Rolle Charles Reed, einem Privatdetektiv aus Boston der von Alpträumen und Visionen geplagt wird. Doch nicht nur er leidet darunter. Um dem Ursprung auf herauszufinden, reist Charles Oakmont. Dort erfährt er, dass die Stadt durch eine mysteriöse Flut von der Außenwelt abgeschnitten wurde. Doch nicht nur das. Seltsame gefährlich Wesen, die nicht von dieser Welt scheinen, treiben dort ihr Unwesen und töten die Anwohner. Neben skurrilen Charakteren, scheint der Wahnsinn dort Einzug zu halten.

Folge Hinweisen, kombiniere und löse Fälle

Die Entwickler Frogwares sind bereits schon seit einigen Jahren für ihre Sherlock Holmes Spiele bekannt. In The Sinking City haben sie viele ihre System wieder verwehrtet. Mit Charles können diverse Haupt- und Side-Quests angenommen werden. Bei diesen muss der Spieler Hinweise finden, diese kombinieren und am Ende zwischen zwei Aktionen auswählen. Charles verfügt zudem über eine Art “Inneres Auge” mit welchem er Spuren sichtbar machen oder den aktuellen Fall rekonstruieren kann.

Wer also bevor einmal eins der Sherlock Holmes Spiele gespielt haben sollte, der dürfte sich mit schnell zurecht finden. Was allerdings ein großer Nachteil ist, ist das kaum vorhandene Tutorial. Es können zwar alle Erklärungen im Menü durchgelesen werden, doch die bieten vor allem zu Beginn kaum Aufschluss. Obwohl die Story und die Welt sehr faszinierend ist, ist sie auch verwirrend. Den Spieler dann ohne ordentliche Einleitung in dieses Open-World Game zu verwerfen, finde ich ziemlich mutig. Zwar steigt man so nach und nach durch, wie was funktioniert, allerdings schien es mir eher danach als wollten die Entwickler so etwas die Spielzeit hinaus zögern.

Am meisten hat mich das fehlende Tutorial genervt, als ich die ersten Fähigkeitspunkte erhalten habe. So können diverse Eigenschaften von Charles weiter entwickelt werden. Wie mehr Ausdauer oder Gesundheit oder auch die Möglichkeit mehr Munition mit sich zu tragen. Auch habe ich in diesem Zuge entdeckt, dass man mit den gesammelten Materialen neue Medi-Kits oder Patronen herstellen kann. Zu diesem Zeitpunkt war ich allerdings sicher schon 4 Stunden im Spiel und hatte bereits einige Schießereien gegen die Monster hinter mir gehabt und war am Rande des Game-Overs. Ich kann ehrlich gesagt nicht erklären, was sich die Entwickler dabei gedacht haben.

Viel verschwendetes Potential

The Sinking City ist grundlegend eine gute Idee. Allerdings etwas schlampig umgesetzt. So buggen Charaktere einwach durch Wände oder Böden durch. Steigt Charles in sein Boot ein, um sich schneller durch die Stadt zu bewegen, dann clipped er praktisch vom Steg ins Boot. Ohne eine saubere Einstiegsanimation, das hat mich beim ersten mal ziemlich überrascht. Vor allem weil es irgendwie auch den Fluss des Spiels wahnsinnig stört. Alles im allem wirkt das das spiel unsauber und das obwohl der Release extra ja schon mal verschoben wurde. Es hätte so viel mehr heraus geholt werden können.

Denn wie bereits erwähnt, können neben der Hauptstory auch diverse Sidequests erledigt werden. Zudem ist die Stadt sehr groß und der Spieler kann sich mit Charles frei darin bewegen. Denn neben den Hinweisen am Tatort und dem Kämpfen, gibt es auch die Möglichkeit diverse Archive zu besuchen. Das Spiel verzichtet also zum größten Teil darauf, den Spieler an der Hand durch die Story zu führen. Denn wo man als nächstes hin muss, muss man sich selbst mit Hilfe der Straßennamen auf der Karte markieren. Das hat mir persönlich gut gefallen, denn so bekommt man noch mehr das Gefühl, wie ein Detektiv zu arbeiten.

Auch erhält man bei den Gesprächen mit den Bewohnern und wichtigen Charakteren Entscheidungsmöglichkeiten, die sich allerdings kaum auf die Geschichte auswirken. Es gibt dem Spieler allerdings etwas das Gefühl, hier und da etwas selbst bestimmen zu können. Da es nach Beendigung des Spiels kein Game+ gibt, gehe ich von diesem Punkt auch davon aus, dass es nur ein Ende gibt.

Was ich allerdings positiv hervorheben möchte, ist die Tatsache dass The Sinking City eine deutsche Lokalisierung erhalten hat. Das Game wurde komplett in deutsch Synchronisiert, was heutzutage auch nicht mehr unbedingt die Norm ist.

Fazit

Puh… Ein Fazit ist gar nicht so einfach… The Sinking City war ein Titel auf den ich mich eigentlich sehr gefreut hatte. Denn diese Art von “Horror”-Spielen scheint aktuell wieder einen Hype zu bekommen, wie man an den Titeln von Focus Home Interactive sehen kann.

Nachdem ich es jetzt gespielt habe, bin ich nicht mehr ganz so begeistert von dem Game. Es ist Buggy, unsauber und insgesamt an sich kein Vergleich zu den Sherlock Holmes Spielen von Frogwares. Zwar werden Fans von H.P. Lovecraft und Arthur Conan Doyle sicherlich schon irgendwie ihren Spaß haben. Doch statt im Nichtschwimmer-Becken rum zu planschen hätte ich mir mehr einen Meerestauchgang in The Sinking City gewünscht.

TestWertung

7SCORE

Detektive, Horror und ein Wahnsinn der auf die Spieler übergreift...

Detail-Wertung

Grafik

7

Sound

9

Gameplay

7

Motivation

6

Steuerung

6

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