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Shenmue I & II: Sega rettet die Klassiker in die Gegenwart

Japan, 1986. Der junge Ryo Hazuki kommt gerade nach Hause, als sein Vater im familieneigenen Dojo von einem geheimnisvollen Chinesen umgebracht wird. Dabei beherrschen beide die hohe Kunst des Jiu-Jitsu. Dies nützt allerdings wenig, da der werte Chinese, wohl in weiser Voraussicht, seine bewaffneten Leibwächter im Schlepptau hat.

So beginnt die Geschichte von Segas Dreamcast-Spiel Shenmue, welches vor fast 20 Jahren zum ersten Mal veröffentlicht wurde. Das Spiel sorgte damals für staunende Gesichter und offene Münder. Aus technischer Sicht war Shenmue seiner Zeit ein ganzes Stück voraus. Detaillierte Gesichter und Charaktermodelle, fast bahnbrechende Animationen und eine für damalige Verhältnisse riesige, offene Spielwelt sowie vielseitiges Gameplay sorgten dafür, dass das Spiel in sehr kurzer Zeit absoluten Kultstatus erreichte.

Videospielklassiker in die Gegenwart gerettet

Dagegen hätte Shenmue beinahe das Schicksal vieler anderer älterer Spiele-Klassiker geteilt. Denn immer mehr Videospiele, auch wenn sie noch so beliebt waren und sind, geraten in Vergessenheit, da sie auf aktuellen Konsolen- und Computergenerationen nicht mehr laufen und die ältere Hardware kaum noch jemand sein eigen nennt.

Das aber gerade Shenmue I & II sich einem solchen Schicksal entziehen konnten, hat mehrere Gründe. Zum einen haben die Fans der Reihe nicht locker gelassen und Sega immer wieder aufgefordert, die Spiele auf die aktuelle Konsolengeneration sowie den PC zu portieren. Ein weiterer wichtiger Grund dürfte aber auch die geplante Veröffentlichung von Shenmue 3 sein, welche für 2019 angesetzt ist. Sega ist zwar nicht mehr direkt an Shenmue 3 beteiligt. Da die Geschichte von Shenmue aber auf mehrere Kapitel und damit Spiele ausgelegt ist, haben viele Spieler verständlicherweise Interesse daran, die Vorgeschichte zu kennen. Und so sorgten am Ende gleich mehrere Faktoren für die Wiederbelebung der alten Klassiker.

Trotz seines Alters spielerisch immer noch gut

Die Portierung des Spiels auf die aktuellen Konsolen und den PC scheint Sega soweit auch gelungen zu sein. Munter läuft Ryo durch die immer noch durchaus beeindruckenden Orte wie Yokosuka und Hong Kong. Ein Vergleich mit aktuellen Open-World Spielen ist zwar abwegig. Denn Yokosuka fällt relativ klein aus und auch Hong Kong kann mit aktuellen offenen Spielwelten nicht mehr mithalten. Trotzdem ist die Liebe zum Detail überall erkennbar. Die verschiedenen Orte und Städte sind mit Leben gefüllt und Ryo kann mit fast jeder Person, auf die er während seiner Erkundungen trifft, ein Gespräch führen. Welche übrigens nicht selten auch die Story voranbringen können.

Die Personen stehen zudem nicht nur zufällig in der Gegend herrum, sondern gehen ihren eigenen alltäglichen Tätigkeiten nach. Geschäfte öffnen und schließen, die Menschen strömen nach Feierabend in die Bars und kleine Kinder spielen auf den Straßen. Das alles trägt dazu bei, dass die Spielwelt von Shenmue I & II, trotz der inzwischen doch sehr angestaubten Grafik, immer noch viel Leben und Spieltiefe vermittelt.

Geld verdienen und Geld verzocken

Da Ryo als Protagonist natürlich zur Spielwelt gehört, ist auch er nicht zur Untätigkeit verdammt. Ganz im Gegenteil. So spielt Geld in Shenmue eine gewichtige Rolle und hiervon kann auch ein junger japanischer Kampfkünstler selten genug haben. Mit verschiedenen Nebenjobs, wie das Fahren eines Gabelstaplers oder mit dem Schleppen von Kisten am Hafen, verdient Ryo sich seine Brötchen, oder eben sein Sushi, wie man möchte.

Die Versuchungen, dieses Geld direkt wieder auszugeben, sind allerdings ebenfalls allgegenwärtig. Vor allem Glücksspiel scheint es Ryo angetan zu haben, da sich das Geld hiermit auch, mit etwas Glück, vermehren lässt. Diese Glücksspiele sind in Shenmue zwar nicht so ausgefeilt wie aktuelle Spiele, wie man sie etwa auf https://www.casinoerfahrungen.org/book-of-dead findet, sind aber dennoch unterhaltsam. Zumal einige der Spiele, welche Ryo in der Spielhalle findet, sogar real existieren, wie etwa Space Harrier, Outrun oder auch Hang-On.

Prügelspaß, Quick-Time-Events und Nebenquests

Grundsätzlich steht in Shenmue die Welt und die Erkundung dieser im Mittelpunkt. Aber nur Gespräche führen und die Welt erkunden, das wäre auch 1999 schon zu wenig gewesen. Also hat sich Sega ein ausgetüfteltes Kampfsystem einfallen lassen, welches auch heute noch für Spaß sorgt. Ryo kann seine Kampfkünste zudem im Familien-Dojo verbessern und trainieren und lernt so mit etwas Geduld und Arbeit neue Kampftechniken.

Neben den Prügelpassagen bedient sich Shenmue auch Quick-Time-Events, um für cineastische Momente zu sorgen. Shenmue gehört streng genommen sogar zu den ersten Spielen, welche diese Spielmechanik etabliert und bekannt gemacht haben. Dank dieser Events sitzt der Spieler bei den zahlreichen Zwischensequenzen nicht nur passiv und zuschauend vor dem Bildschirm, sondern nimmt aktiv an diesen teil, was der Spielatmosphäre sehr zuträglich ist.

Zu guter Letzt hat Ryo auch noch, neben der Hauptstory, den Nebenbeschäftigungen und Mini-Spielen, jede Menge anderer Dinge zu tun. So könnte man fast behaupten, dass die Hauptstory vor allem den Zweck hat, den Spieler in die mit Nebenstorys vollgestopfte Welt zu schubsen. So hilft man etwa einem Mädchen, welches ohne das Wissen seiner Eltern eine Katze großzieht. Es lohnt sich also, das enorme Angebot an Gesprächspartnern in der Welt auch zu nutzen, um neue Geschichten zu erfahren.

Technisch mit kleinen Abstrichen solide

Spielerisch hat sich also erfreulich wenig geändert. Leider gilt dies aber auch für viele Punkte der Technik. Zwar wurde die Grafik mittels HD-Auflösung und ordentlicher Kantenglättung sowie weiteren Nachbearbeitungen etwas aufgehübscht. Am Ende verströmen Shenmue I & II aber immer noch, auch wenn die Titel ihrer Zeit damals voraus waren, den Charme der frühen 2000er-Jahre.

So erscheinen die Animationen, die damals herausragend waren, heute im Vergleich relativ plump. Und auch der Sound bereitet gelegentlich, abgesehen vom Soundtrack, der sogar hervorsticht, eher wenig Freude. Das gilt im Besonderen für die Dialoge, welche oft so klingen, als wäre das Mikrofon vor der Aufnahme in ein Aquarium gefallen. Zudem ist die Qualität der Synchronsprecher eben auf dem üblichen Stand der Jahre 1999/2000, was nicht als Kompliment zu sehen ist.

Die ersten Kritiken der Portierung sind sehr gut

Mit kleineren Mängeln dieser Art müssen die Spieler, die ein zwar modernisiertes, aber dennoch fast 20 Jahre altes Videospiel spielen möchten, nun mal leben. Und die große Mehrzahl scheint damit auch sehr gut leben zu können. Die Kritiken, sowohl die der Spieler als auch die der Spielekritiker, fallen überwiegend positiv aus.

Außerdem können nun zum ersten Mal auch PC-Spieler und nicht nur Konsolenspieler die beiden Klassiker der Spielegeschichte genießen. Schon 1999 war der Neid vieler PC-Spieler auf die Besitzer der Dreamcast groß. Heute können sich die PC-Spieler sogar über eine für den PC angepasste Steuerung freuen.

Ein Preis von immerhin rund 30 Euro bei Veröffentlichung erscheint auf den ersten Blick zwar etwas happig, vor allem mit Blick auf das Alter des Spiels. Da der Käufer aber gleich beide Shenmue-Teile im Paket erhält, relativiert sich dies wieder. Die meisten Käufer scheinen sich zumindest einig zu sein: Der Kauf lohnt sich.

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