Nintendo gegen Amazon: Reggie enthüllt brisanten Wii-Streit
Reggie Fils-Aimé enthüllt einen brisanten Streit zwischen Nintendo und Amazon. Warum Wii und DS einst nicht mehr bei Amazon verkauft wurden.
Manuel ... hat seit dem NES keine Nintendo-Konsole ausgelassen und so zahlreiche Spielereihen wie Super Mario Bros., The Legend of Zelda oder Super Mario Kart von Anfang an erlebt. Im Laufe der Jahre haben jedoch auch Konsolen von Sega, Sony und Microsoft ihren Weg in sein Nintendo-Wohnzimmer gefunden. Für ihn ist jedes Videospiel ein eigenes Kunstwerk, das verstanden werden sollte – daher beschränkt sich seine Begeisterung nicht nur auf ein bestimmtes Genre.
Reggie Fils-Aimé, der frühere und sehr beliebte Nintendo of America-Chef enthüllt die Geschäftsbeziehung zwischen dem Onlinehändler Amazon und Videospielentwickler Nintendo. Diese nahm nämlich in der Nintendo DS– und Wii-Ära fast illegale Züge an, was nun die gesamte Videospielbranche aufhorchen lässt.
Amazons dreiste Forderung
Fils-Aimés hat einen Vortrag an der New York University gehalten und erzählt von einem brisanten Telefongespräch mit einem Manager von Amazon. Dieser habe von Nintendo eine „obszöne“ Menge finanzieller Unterstützungen verlangt. Unteranderem wollte er für sein Unternehmen sämtliche Nintendo Produkte zu niedrigeren Preisen beziehen als alle anderen Anbieter, wie beispielsweise Walmart. Dies hätte den Effekt, dass Amazon sämtliche Nintendo Waren günstiger als dessen Konkurrenz hätte anbieten können.
Wie Nintendo reagierte
Der amerikanische Nintendo-Angestellte wollte seinen Ohren nicht trauen und lehnte diese Forderung ab. Er entgegnete, dass ein solches Vorgehen nicht nur geschäftlich problematisch, sondern auch illegal sei. Der Amazon-Manager entgegnete daraufhin, dass er genau das wolle. Diese Antwort dürfte Fils-Aimés noch mehr schockiert haben. Im Anschluss sei die Situation derart eskaliert, dass Nintendo alle seine Produkte, darunter eben auch die extrem erfolgreichen Wii– und DS-Konsolen, bei Amazon nicht mehr angeboten wurden. Dies sei eine bewusste Entscheidung gewesen, um nicht mit Gesetzesbruch in Berührung zu kommen, aber auch die Beziehungen zu anderen Händlern nicht zu gefährden.
Aggressive Strategie
Amazons verfolgte eine sehr aggressive Strategie. Man wollte damit sämtliche Videospielartikel mit niedrigeren Preisen als andere Händler anbieten können. Dies stand im Kontrast zu Nintendo, wo man auf stabile Preisstrukturen setzte, sowie alle Einzelhändler gleich behandelte. Hier wurde deutlich, dass die Philosophien von Geschäftspartners sehr weit auseinandergrätschen können. Wie wir allerdings wissen, haben sich die zwei Riesen trotz dieser rigorosen Auseinandersetzung im Laufe der Jahre wieder angenähert. Spätestens mit der Veröffentlichung der Nintendo Switch wurde die Zusammenarbeit fortgesetzt. Natürlich auf der Grundlage des gegenseitigen Nutzens.
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Die Philosophie
Dies ist ein sehr seltener Einblick in die internen Entscheidungen eines der größten Videospielherstellers der Welt. Fils-Aimés blieb der ehrenwerten Philosophie seines Unternehmens treu. Ihm sei klar gewesen, dass kurzfristige Vorteile niemals über rechtliche und partnerschaftliche Grundsätze gestellt werden dürfen.
Die Spieleindustrie muss immer wieder die Balance zwischen wirtschaftlichen Interessen und dem Wettbewerb halten. Gleichzeitig muss man sich aber auch im rechtlichen Rahmen bewegen. Nintendo ist zwar sehr eigen, wie man als Käufer von dessen Preispolitik kennt, aber auf der Kehrseite der Medaille sieht man, dass dessen Preisstrategien auch bei den Händlern so kontrolliert sind und die langfristigen Beziehungen zu all deren Handelspartnern wichtiger sind, als kurzfristig, lukrative Verkaufswege.
Quelle: twitch.tv via NYUGameCenter
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