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Das Glücksspiel Wirrwarr in Deutschland dank Glücksspielstaatsvertrag

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Bildquelle: Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

In Deutschland war die Gesetzeslage rund um das Online-Glücksspiel lange Zeit eher verwirrend gestaltet. In Schleswig-Holstein war das Spielen in Online-Casinos erlaubt, während es in den restlichen Bundesländern illegal war. Doch wie kam es dazu? Im Jahr 2008 trat der erst Glücksspielstaatsvertrag in Kraft, welcher das Online-Glücksspiel in ganz Deutschland verbot. Dieser Staatsvertrag lief zwar 2011 aus, hatte jedoch bis zum Inkrafttreten eines neuen Gesetzes weiterhin bestand. Die Regulierung des Glücksspiels ist jedoch Ländersache, sodass jedes Bundesland selbst ein neues Gesetz beschließen konnte. So kam es dazu, dass Schleswig-Holstein 2011 ein neues Online-Casino-Gesetz beschloss, welches die Lizenzvergabe an Online-Glücksspielanbieter ermöglichte.

Doch mit dem Glücksspiel-Wirrwarr in Deutschland ist jetzt Schluss! Am 1. Juli 2021 ist der neue Glücksspielstaatsvertrag in Kraft getreten, welcher für eine bundeseinheitliche Regelung sorgt.

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Die Ziele des neuen GlüStV

Der neue Glücksspielstaatsvertrag sorgt für eine Legalisierung des Online-Glücksspiels in Deutschland. Die Betreiber von Spielhallen, Online-Casinos & Co. haben nun die Möglichkeit, eine offizielle deutsche Lizenz zu erwerben und ihre Glücksspiele legal anzubieten. Um eine solche Glücksspiellizenz zu erhalten, müssen sich die Anbieter jedoch an zahlreiche Maßnahmen und Regelungen halten. Rund 30 neue Regeln sollen den Jugend- und Spielerschutz ausbauen und zur Suchtprävention beitragen.

Durch die Legalisierung des Online-Glücksspiels will der Gesetzgeber außerdem den Spielbetrieb der Bevölkerung in geordnete und überwachte Bahnen lenken und den Schwarzmarkt des illegalen Glücksspiels eindämmen.

Neuregelungen für Spieler & Anbieter

Wie schon erwähnt, umfasst der GlüStV zahlreiche Regelungen zum Jugend- und Spielerschutz. Beispielsweise sind die Spieler dazu verpflichtet, ein verifiziertes Spielerkonto anzulegen. Durch diese soll festgestellt werden, ob der Spieler mindestens 18 Jahre alt ist und somit überhaupt spielen darf. Des Weiteren wird es eine bundesweite Sperrdatei geben, welche spielsüchtige und spielsuchtgefährdete Spieler daran hindern soll, sich erneut auf einer anderen Glücksspielplattform anzumelden. Zudem ist das zeitgleiche Spielen bei mehreren Anbietern verboten. Auch das Spielangebot wird durch den Glücksspielstaatsvertrag eingeschränkt. Der Fokus liegt in Zukunft auf den Online Slots, da Tischspiele und Live-Casino-Angebote verboten sind.

Der Spielsuchtprävention dienen zudem noch weitere Maßnahmen, wie etwa verschiedene Limits. So gibt es ein anbieterübergreifendes Einzahlungslimit von 1.000 € im Monat sowie eine Beschränkung der Spin-Einsätze auf 1 €. Weiterhin müssen die Online-Casinos den Spielern die Möglichkeit bieten individuelle Limits zu setzen – sei es zeitlich oder finanziell. Des Weiteren ist die Autoplay-Funktion verboten, da es keine schnellen Wiederholungen geben darf. Außerdem müssen sowohl Uhrzeit als auch Kontostand dauerhaft angezeigt werden. Das Online-Casino muss die Spieler zudem in regelmäßigen Abständen über ihre Gewinne und Verluste informieren. Zusätzlich soll ein Panik-Button es den Spielern ermöglichen, sich selbst für 24 Stunden zu sperren. Darüber hinaus müssen die virtuellen Spielbanken eine Aufklärungsseite zum verantwortungsvollen Spielen besitzen und über die Risiken des Glücksspiels aufklären.

Die Maßnahmen des GlüStV im Überblick:

  • Verpflichtende Anlage eines verifizierten Spielerkontos
  • Bundesweite Sperrdatei
  • Verbot des parallelen Spielens bei mehreren Anbietern
  • Verbot von Tischspielen und Live-Casinos
  • Anbieterübergreifendes Einzahlungslimit von 1.000 € im Monat
  • Maximaler Spin-Einsatz von 1 €
  • Möglichkeit, individuelle Limits einzustellen
  • Verbot von Autoplay (keine schnellen Wiederholungen)
  • Dauerhafte Anzeige von Uhrzeit & Kontostand
  • Einrichtung eines Panik-Buttons (Selbstsperre für 24 h)
  • Vorhandensein einer Aufklärungsseite für verantwortungsvolles Spielen

So gestaltet sich die Lizenzvergabe

Viele deutsche Spieler haben lange auf eine Legalisierung des Online-Glücksspiels gewartet, umso enttäuschender ist es jedoch, dass die Lizenzen so lange auf sich warten lassen. Auch wenn die Antragsformulare schon einige Monate vorher veröffentlicht wurden, konnte die Behörde die Anträge erst mit Inkrafttreten des Gesetzes am 1. Juli 2021 bearbeiten. Hinzu kommt, dass eigentlich die „Gemeinsame Glücksspielaufsichtsbehörde der Länder“ die Prüfung und Genehmigung der Lizenzen übernehmen sollte. Da diese Behörde jedoch erst 2023 vollständig einsatzbereit sein wird, übernimmt bis dahin das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt in Halle die Lizenzierung der virtuellen Automatenspiele.

Die ersten legalen Online-Casinos

Der neue Glücksspielstaatsvertrag gilt zwar schon seit Juli 2021, doch erst jetzt sollen die ersten deutschlandweiten Zulassungen erteilt werden – 11 Monate später. Aus Insider-Kreisen haben wir erfahren, dass nun eine der ersten Lizenzen an ein Tochterunternehmen der Gauselmann-Gruppe gehen soll. Auf der Website der Online-Spielothek BingBong wird bereits seit einigen Monaten die Eröffnung angekündigt. Welche Glücksspielplattformen noch folgen werden, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Schließlich haben sich zahlreiche Glücksspielanbieter um eine Zulassung beworben.

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